BBL-Saisonbilanz von Science City Jena
Jena kämpft in der BBL: 16. Platz, 12 Siege – und Wieskamp als verlässlicher Scorer
Science City Jena steckt in seiner ersten BBL-Saison seit der Rückkehr in die Liga im unteren Tabellenbereich fest. 34 Spiele sind absolviert, die Bilanz ist klar: 12 Siege, 22 Niederlagen und Rang 16 mit 24 Punkten. Besonders belastend wirkt die jüngste Serie: In den vergangenen zehn Partien setzte es sieben Niederlagen.
Die Schlussphase der Saison spiegelt damit den Alltag eines Aufsteigers wider: Jena ist konkurrenzfähig, aber zu selten konstant genug, um sich nachhaltig aus dem Tabellenkeller zu lösen.
Die Tabelle zeigt Jenas schwierige Saison
Der Blick auf die Liga-Übersicht ordnet die Lage eindeutig ein: Science City Jena gehört in der Saison 2025/26 zum unteren Bereich der easyCredit Basketball-Bundesliga. Die Siegquote liegt bei 35,3 Prozent. Auffällig ist zudem, dass sich die Probleme nicht auf einen Spielort reduzieren lassen: Jena steht sowohl zuhause als auch auswärts bei jeweils sechs Siegen und elf Niederlagen.
Auch die jüngsten Resultate passen zu diesem Bild. In den letzten drei Spielen gelang nur ein Erfolg – ein knapper Heimsieg, der zugleich zeigt, wie eng Jena oft an der Kante spielt: Am 7. Mai gewann das Team 81:79 gegen MLP Academics Heidelberg. Davor gab es Auswärtsniederlagen am 2. Mai (79:89 bei den Rostock Seawolves) und am 10. Mai (65:83 bei ALBA BERLIN).
Dass Jena seit 2025 wieder in der BBL spielt, ist sportlich ein Meilenstein – zum Aufstieg gehört in der Bundesliga aber auch die wirtschaftliche und organisatorische Hürde der Lizenzierung. Im Mai 2025 wurde Jena (wie auch Trier) die Bundesliga-Lizenz erteilt; damit war der Weg in die höchste Spielklasse formal frei. In der laufenden Saison zeigt sich nun, wie hoch die Anforderungen im BBL-Alltag sind – Woche für Woche, unabhängig vom Gegnerprofil.
Wieskamp trägt die Offensive, die Teamzahlen bleiben aber klar
Ein stabiler Faktor in den jüngsten Spielen ist Joe Wieskamp: In allen drei zuletzt genannten Partien war der Forward Jenas Topscorer. In einer Saison, in der Jena offensiv häufig um Rhythmus und Effizienz ringt, ist diese Verlässlichkeit ein klarer Pluspunkt – zumal enge Spiele oft von wenigen gelungenen Sequenzen entschieden werden.
Gleichzeitig zeigen die Teamwerte, warum Jena trotz einzelner enger Spiele nur schwer aus dem unteren Bereich herauskommt. Im Schnitt erzielt die Mannschaft 81,1 Punkte pro Partie, kassiert aber 88,9. Damit steht Jena über die Saison regelmäßig vor dem Problem, mehr Ballbesitze „perfekt“ nutzen zu müssen als der Gegner – eine anspruchsvolle Aufgabe, wenn Spiele in Serien kippen.
Besonders sichtbar wird das beim Spielaufbau. Jena kommt auf 15,3 Assists pro Spiel, die Gegner auf 18,4. Das deutet darauf hin, dass die Offensive seltener zu klar herausgespielten Abschlüssen kommt – und häufiger in schwierigere Würfe gezwungen wird. Dazu passt die Wurfeffizienz: Jena trifft 42,4 Prozent aus dem Feld, die Gegner 45,5 Prozent. Auf eine Saison hochgerechnet ist dieser Abstand ein struktureller Nachteil, der knappe Partien regelmäßig in die falsche Richtung drückt.
Breiter Kader, aber wenig statistischer Vorteil
Der Kader ist mit 19 Spielern vergleichsweise groß. Das Durchschnittsalter liegt bei 26,9 Jahren; im Aufgebot stehen neun Guards, sieben Forwards und drei Center. Acht Spieler besitzen die deutsche Nationalität, elf weitere kommen aus Spanien, Nigeria oder den USA. Headcoach ist Mike Taylor, zum Trainerstab gehören außerdem David Fränzle und Dominik Günthner.
In der Breite des Aufgebots spiegelt sich bislang jedoch kein stabiler statistischer Vorteil wider – auch, weil die entscheidenden Kontrollbereiche nur knapp oder negativ ausfallen. Beim Rebounding liegt Jena mit 39,9 pro Spiel leicht hinter den Gegnern (40,3). Deutlicher ist die Lücke dort, wo Spiele häufig gesteuert werden: bei der Passqualität (Assists) und der Effizienz (Feldwurfquote).
In Summe hat Jena 2756 Punkte erzielt, davon 1386 in eigener Halle. Die Heimbilanz von 6:11 zeigt allerdings, dass die Sparkassen-Arena bislang nur begrenzt als verlässlicher Vorteil wirkt. Für einen Klub, der sich nach dem Aufstieg in der Liga etablieren will, ist das ein zentraler Befund: Der Weg zu mehr Stabilität führt nicht nur über enge Siege, sondern über wiederholbare Muster – in der Defensive, im Spielaufbau und in der Wurfauswahl.
Unterm Strich bleibt ein nüchternes Zwischenfazit: Science City Jena hält in einzelnen Spielen mit, findet über die Saison aber zu selten Konstanz. Dass Joe Wieskamp zuletzt regelmäßig vorangeht, ist ein Lichtblick – die Gesamtdaten machen dennoch deutlich, wie groß die Aufgabe in der BBL weiterhin ist.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- news.de, Sarah Knauth, 2026-05-15 08:03
- zeit.de
- easycredit-bbl.de

