Alle fotografieren? im Stadtmuseum Jena: Fotografie zwischen Alltag und Erinnerung


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Wie Fotografie unseren Alltag, unsere Erinnerungen und unsere Stadt erzählt
Die Ausstellung Alle fotografieren? Alltags- und Amateurfotografie in Jena im Stadtmuseum Jena öffnet den Blick auf eine Bildgeschichte, die mitten im täglichen Leben beginnt. Vom frühen Amateurbild über die Fotozirkel der DDR bis zur Smartphone-Fotografie in sozialen Medien untersucht die Ausstellung, wie Menschen fotografieren, Bilder teilen und sich durch Fotografie miteinander verbinden.
Zwischen Familienalbum und Stadtgeschichte
Historische Aufnahmen aus den Sammlungen des Stadtmuseums, privaten Archiven und Fotoclubs treten in einen spannungsreichen Dialog mit aktuellen Arbeiten von Social-Media-Fotograf:innen. Die Fotografien bewahren persönliche Erinnerungen, dokumentieren gesellschaftliche Veränderungen und machen sichtbar, wie sich der Blick auf Jena im Laufe der Zeit wandelt.
Amateurfotografie als kulturelle Praxis
Die Ausstellung würdigt Fotografie nicht nur als technische Bildproduktion, sondern als kulturelle Praxis. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Zugehörigkeit, Erinnerung und sozialem Austausch. Besonders der traditionsreiche Fotozirkel UNIFOK Jena, der seit den 1960er-Jahren die fotografische Szene der Stadt prägt, veranschaulicht die Bedeutung gemeinschaftlichen Lernens und Gestaltens.
Vom analogen Abzug zum digitalen Feed
Die ästhetische Erfahrung der Ausstellung entsteht aus dem Kontrast verschiedener Bildwelten: analoge Abzüge, private Schnappschüsse, dokumentarische Fotografien und digitale Bildpraktiken zeigen unterschiedliche Formen von Nähe und Öffentlichkeit. Fünf Themenbereiche machen nachvollziehbar, wie Fotografieren im Alltag gelernt, weiterentwickelt und geteilt wird.
Kunsthistorische und wissenschaftliche Einordnung
Als Ausstellung zur Alltags- und Amateurfotografie verbindet das Projekt Werkbetrachtung, Stadtgeschichte und kulturelle Bildung. Es ist Teil eines bundesweiten Forschungs- und Transferprojekts, das vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Dresden sowie dem Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Göttingen koordiniert und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Beteiligt sind außerdem das Seminar für Kulturanthropologie und Kulturgeschichte der Universität Jena, die Technischen Sammlungen Dresden und das LWL-Museum Henrichshütte in Hattingen.
Fazit: Ein lebendiges Kunsterlebnis über das Sehen
Die Ausstellung macht erfahrbar, dass Fotografie weit mehr als ein festgehaltenes Motiv bedeutet. Sie ist Erinnerungsspeicher, Ausdrucksmittel, soziales Bindeglied und Spiegel einer sich wandelnden Gesellschaft. Wer Jena, seine Menschen und die Geschichte des fotografischen Sehens neu entdecken möchte, erlebt im Stadtmuseum eine anregende Ausstellung zwischen persönlichem Bildgedächtnis und kollektiver Stadtgeschichte.
Offizielle Kanäle von Stadtmuseum Jena:
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- Website: https://www.jenakultur.de/de/veranstaltungen/1047138?template_id=5951










