Jenaer Philharmonie eröffnet die Kammerkonzert-Saison mit Ravel und Marteau


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Französische Klangkunst am Sonntagvormittag in Jena
Die Jenaer Philharmonie eröffnet ihre Kammerkonzert-Saison mit einem spannungsreichen Dialog zwischen Henri Marteau und Maurice Ravel. Am Sonntag, 18. Oktober 2026, treffen in der Rathausdiele des Historischen Rathauses zwei Werke aus dem Umfeld des Pariser Conservatoire um 1900 aufeinander.
Zwischen Lied und Streichquartett
Henri Marteaus Acht Lieder für Singstimme und Streichquartett op. 10 verbinden die expressive Welt des Kunstlieds mit der klanglichen Eigenständigkeit eines Streichquartetts. Die Streicher begleiten die Mezzosopranistin nicht nur, sondern kommentieren, verdichten und erweitern die musikalische Aussage. So entsteht ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Stimme, Resonanz und kammermusikalischer Präzision.
Ravels französische Moderne
Maurice Ravels Streichquartett F-Dur op. 35 entstand 1902 und 1903 und ist Gabriel Fauré gewidmet, bei dem Ravel am Pariser Conservatoire studierte. Das Werk verbindet klare Form mit rhythmischer Beweglichkeit und farbenreicher Orchestrierung im kleinen Format. Besonders der zweite Satz mit seinen markanten Pizzicati zeigt Ravels Gespür für klangliche Feinzeichnung und präzise Synchronisation.
Zwei Komponisten, zwei Wege
Marteau und Ravel gehörten derselben musikalischen Bildungswelt an, entwickelten jedoch unterschiedliche ästhetische Positionen. Während Marteau eng mit der spätromantischen Tradition und dem deutsch-französischen Musikleben verbunden blieb, behauptete Ravel früh eine eigenständige Tonsprache jenseits der Erwartungen des Conservatoire. Gerade dieser Kontrast macht das Programm zu einer reizvollen Begegnung von Liedkunst, Streichquartett und französischer Moderne.
Intime Live-Atmosphäre in der Rathausdiele
Die kammermusikalische Besetzung schafft unmittelbare Nähe: Jeder Atemzug der Singstimme, jeder Bogenstrich und jedes Pizzicato wird Teil eines transparenten Konzerterlebnisses. Susanne Veeh gestaltet den vokalen Part gemeinsam mit Alexander Lesch, Maria Holzer-Graf, Sebastian Hensel und Carmen Dreßler. Die Publikumsstimmung lebt von der konzentrierten Akustik und der direkten Bühnenperformance.
Das Publikum erwartet ein charaktervolles Kammerkonzert mit französischem Repertoire, historischer Spannung und klanglicher Detailarbeit. Wer Marteaus selten zu hörende Lieder und Ravels prägendes Streichquartett in einer intimen Konzertatmosphäre erleben möchte, sollte diesen Saisonauftakt live in Jena nicht verpassen.
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