Lüge als Staatsprinzip? Bruno Franks Essay im literarischen Streitgespräch in Jena

Event: Lüge als Staatsprinzip? – Vom NS-Staat zur Untergrabung der Wahrheit heute in Villa Rosenthal Jena, Mälzerstraße 11, 07745 Jena on 22. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

22. Oktober 2026 18:00 Uhr

Veranstaltungsort

Villa Rosenthal Jena
Mälzerstraße 11, 07745 Jena, Deutschland

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Kostenlos

Über diese Veranstaltung

Literatur & LesungenTheater

Stimmung

Sonstige

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Wenn die Lüge zur politischen Methode wird

Wie entsteht eine politische Wirklichkeit, in der offenkundige Unwahrheiten, alternative Fakten und die Leugnung historischer Tatsachen gesellschaftliche Wirkung entfalten? Die Veranstaltung in der Villa Rosenthal Jena führt zurück zu einem eindringlichen literarischen Dokument und verbindet Lesung, Vortrag und Podiumsdiskussion mit einer aktuellen Frage: Was lässt sich aus der Geschichte über die Macht der Lüge lernen?

Bruno Franks vergessener Essay als historischer Archivfund

Im Mittelpunkt steht Bruno Franks Essay Lüge als Staatsprinzip, den der Schriftsteller 1939 im kalifornischen Exil auf Bitten Thomas Manns verfasste. Der Text liest sich als schonungslose Abrechnung mit den Lügengebäuden des Nationalsozialismus und gewinnt angesichts gegenwärtiger Desinformation eine bedrückende Aktualität. Tobias Roth, Literaturwissenschaftler, Lyriker, Übersetzer, Journalist und Mitherausgeber der Neuausgabe, stellt den außergewöhnlichen Archivfund vor und liest ausgewählte Passagen.

Literatur, Geschichte und politische Theorie im Dialog

Die Lesung öffnet einen Raum für genaue historische Einordnung. Prof. Dr. Franka Maubach bringt ihre Forschung zum Europäischen Diktaturvergleich ein, während Prof. Dr. Michael Dreyer Perspektiven der politischen Theorie und Ideengeschichte ergänzt. Gemeinsam mit Tobias Roth entsteht ein interdisziplinäres Gespräch über Autoritarismus, demokratische Öffentlichkeit, Fake News und die sprachlichen Strategien politischer Manipulation.

Eine Lesungs-Atmosphäre mit offenem Gespräch

Die Veranstaltung verbindet die konzentrierte Intimität einer Lesung mit der öffentlichen Energie einer Podiumsdiskussion. Stimme, Text und historische Analyse treten miteinander in Beziehung: Die Sprachkunst Bruno Franks begegnet der Gegenwartsdiagnose und macht sichtbar, wie eng literarische Qualität, politische Urteilskraft und Erinnerungskultur verbunden sind. Dr. Jörg Hebenstreit moderiert, Dr. Andreas Braune begrüßt die Gäste.

Diskutieren Sie über Wahrheit und Verantwortung

Nach Vortrag und Lesung richtet sich der Blick auf die Gegenwart. Im Zentrum steht die Frage, wie demokratische Gesellschaften widerstandsfähiger gegen autoritäre Lügen, Desinformation und die systematische Untergrabung von Wahrheit werden. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, eigene Vorschläge einzubringen und sich an der Diskussion zu beteiligen.

Fazit: Ein literarisches Erlebnis mit politischer Dringlichkeit

Diese Autor-Begegnung macht Literatur als Erkenntnisform erfahrbar. Bruno Franks Essay liefert historische Tiefenschärfe, die Lesung verleiht dem Text eine unmittelbare Stimme, und das Podium überführt die literarische Analyse in den kulturellen Diskurs der Gegenwart. Erleben Sie in der Villa Rosenthal Jena einen Abend über Sprachkunst, Erinnerung und die Verteidigung demokratischer Wahrheit.

Offizielle Kanäle von Tobias Roth:

Quellen:

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