Stipendium für Politische Bildung im StadtLab Jena: Erinnerung, Forschung und Demokratie


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Jena erinnert: Wie Jugendsozialarbeit und rechte Radikalisierung zusammenhängen
Am 13. November 2026 präsentiert Leonie Dellen im StadtLab Jena die Ergebnisse ihres zwölfmonatigen Rosenthal-Stipendiums für Politische Bildung. Die öffentliche Veranstaltung verbindet historische Forschung, politische Bildung und lokale Erinnerungskultur. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Perspektiven auf die Jugendsozialarbeit in Jena zwischen dem Ende der 1980er und der Mitte beziehungsweise dem Ende der 1990er Jahre.
Historische Forschung im lokalen Zusammenhang
Die Präsentation untersucht eine gesellschaftlich prägende Transformationszeit: den politischen, sozialen und kulturellen Umbruch nach 1989 und die Bedingungen, unter denen sich rechte Strukturen in Jena entwickeln konnten. Leonie Dellen arbeitet dabei heraus, wie Jugendsozialarbeit wahrgenommen, gestaltet und bewertet wurde und welche Erfahrungen Betroffener in damaligen Konzepten häufig unberücksichtigt blieben.
Der NSU-Komplex als Gegenstand kritischer Aufarbeitung
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Radikalisierungsumfeld des späteren NSU-Trios. Die Veranstaltung ordnet die Entwicklung rechter Gewalt historisch und gesellschaftspolitisch ein, ohne bei einer bloßen Chronologie stehen zu bleiben. Sie fragt nach Handlungsspielräumen, institutionellen Wahrnehmungen und den Folgen für Menschen, die von rechter Gewalt betroffen waren.
Politische Bildung als ästhetische und gesellschaftliche Erfahrung
Das StadtLab wird an diesem Abend zum Ort konzentrierter Werkbetrachtung im übertragenen Sinn: Nicht Malerei oder Skulptur stehen im Zentrum, sondern Quellen, Perspektiven und Erinnerungen als Materialien einer öffentlichen Auseinandersetzung. Die Ausstellungsatmosphäre der begleitenden Reihe Jena erinnert! 15 Jahre danach verbindet historische Dokumentation mit kritischer Reflexion. So entsteht ein Kunsterlebnis der politischen Bildung, in dem Erkenntnis, Empathie und demokratische Verantwortung zusammenfinden.
Ein Stipendium mit wissenschaftlicher und pädagogischer Perspektive
Das Stipendium für Politische Bildung wurde 2024 und 2025 von JenaKultur neu konzipiert und im Juni 2025 erstmals vergeben. Leonie Dellen ist Historikerin, Politikwissenschaftlerin und Pädagogin. Ihr Projekt entstand aus Impulsen des Runden Tisches für Demokratie und der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Moderiert wird die Abschlusspräsentation von Dr. Axel Salheiser.
Fazit: Erinnerung als Auftrag für die Gegenwart
Die Abschlusspräsentation bietet ein fundiertes Kunsterlebnis der kulturellen Bildung und eröffnet neue Zugänge zur Jenaer Stadtgeschichte, zur Jugendsozialarbeit und zur Aufarbeitung des NSU-Komplexes. Wer gesellschaftliche Entwicklungen verstehen, historische Verantwortung übernehmen und demokratische Perspektiven stärken möchte, erlebt im StadtLab eine wichtige öffentliche Werkbetrachtung. Der Eintritt ist frei.
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